{"id":1439,"date":"2025-01-13T16:22:13","date_gmt":"2025-01-13T15:22:13","guid":{"rendered":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/?p=1439"},"modified":"2026-04-13T10:55:10","modified_gmt":"2026-04-13T08:55:10","slug":"zukunft-der-bildung-als-schule-der-zukunft-orte-der-zukunftsgestaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/zukunft-der-bildung-als-schule-der-zukunft-orte-der-zukunftsgestaltung\/","title":{"rendered":"Zukunft der Bildung als Schule der Zukunft: Orte der Zukunftsgestaltung"},"content":{"rendered":"\n<p>Die heutigen Herausforderungen, der rasche und unvorhersehbare technologische Fortschritt und die sozio\u00f6konomischen Umw\u00e4lzungen unserer Zeit erfordern ein v\u00f6llig neues Verst\u00e4ndnis von Bildung. Das traditionelle Bildungssystem ist haupts\u00e4chlich auf die Vermittlung von Wissen aus der Vergangenheit ausgerichtet. Gefordert ist jedoch ein System, das den Menschen in seiner Ganzheit betrachtet und ihn bef\u00e4higt, die sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndernde Welt zu entdecken, mitzugestalten und letztlich darin Sinn zu finden und Sinn zu stiften. Dieser kurze Essay soll die Dringlichkeit einer Ver\u00e4nderung unserer Bildungssysteme auf den Plan rufen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n\n<p>On the side of education, this is a matter of overthrowing the traditional view of pedagogy as the inter-generational transmission of authorised knowledge. Education is not a stilling in but a leading out, which opens paths of intellectual growth and discovery without predetermined outcomes or fixed end-points.<\/p>\n\n\n\n<p>It is about attending to things, rather than acquiring knowledge\u2026; about exposure rather than immunisation. The task of the educator, then, is not to explicate knowledge for the benefit of those who are assumed, by default, to be ignorant, but to provide inspiration, guidance and criticism in the exemplary pursuit of truth.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ingold 2017, p ix)<\/p>\n\n\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Um gleich zur Sache zu kommen: Wir wollen uns zun\u00e4chst mit dem spezifischen Umfeld befassen, in dem Bildung heute ihre Aufgabe erf\u00fcllen muss. Der Begriff VUCA-Welt (Baran and Woznyj, 2021), der f\u00fcr Volatilit\u00e4t (\u201cvolatility\u201d), Ungewissheit (\u201cuncertainty\u201d), Komplexit\u00e4t (\u201ecomplexity\u201e) und Mehrdeutigkeit (\u201cambiguity\u201d) steht, charakterisiert treffend die Beschaffenheit der Welt, in der wir heute leben. Auch wenn dies wie ein neues Ph\u00e4nomen erscheinen mag, zeigt uns die Geschichte, dass wir schon immer in solch einer VUCA-Welt gelebt haben und uns in unterschiedlichen Herausforderungen und Ver\u00e4nderungen behaupten mussten. Die gegenw\u00e4rtige \u00c4ra muss jedoch in ihren VUCA-Eigenschaften als au\u00dfergew\u00f6hnlich betrachtet werden. Das rasante Tempo des technologischen Fortschritts, der \u00f6kologischen und geopolitischen Verschiebungen und der sozio\u00f6konomischen Ver\u00e4nderungen, etc. hat die Unbest\u00e4ndigkeit, Unvorhersagbarkeit, Komplexit\u00e4t und Mehrdeutigkeit unseres Umfelds nochmals verst\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Individuen, ebenso wie Organisationen und ganze Gesellschaften stehen heute vor noch nie dagewesenen Herausforderungen (z.B. Klimawandel, \u00f6konomische und politische Verschiebungen, Artificial Intelligence, etc.), die nicht nur Agilit\u00e4t und Anpassungsf\u00e4higkeit erfordern, sondern zukunftsorientiertes innovatives Denken, um inmitten st\u00e4ndiger Disruptionen nicht nur erfolgreich zu sein, sondern diese Welt als lebenswerten und menschlichen Ort zu erhalten und zu gestalten. Die inh\u00e4rente Unvorhersehbarkeit der VUCA-Welt zu akzeptieren, ist unerl\u00e4sslich, wenn wir in eine \u00c4ra vorsto\u00dfen, in der der Wandel die einzige Konstante ist. Angesichts dieser radikalen Ver\u00e4nderungen (z.B. durch neue Technologien, wie Artificial Intelligence) stellt sich die gro\u00dfe Frage, was Bildung heute noch bedeuten kann und vor welchen neuen Aufgaben und Herausforderungen Schule und Universit\u00e4t in einem VUCA-Kontext stehen. Es scheint, dass sich unser bestehendes Bildungssystem, in dem Schule\/Universit\u00e4t als Ort verstanden wird, der fast ausschlie\u00dflich auf Vermittlung (und [Auswendig-]Lernen) von Wissen aus der Vergangenheit abzielt, \u00fcberlebt hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/3.jpg\" alt=\"\" \/>\n    <figcaption>Unsere Welt zeichnet sich durch Volatilit\u00e4t (\u201cvolatility\u201d), Ungewissheit (\u201cuncertainty\u201d), Komplexit\u00e4t (\u201ecomplexity\u201c) und Mehrdeutigkeit (\u201cambiguity\u201d) aus: VUCA&nbsp;<\/figcaption> \n<\/figure>\n\n<p>Vier Zukunftsfragen die sich unsere Bildungssysteme stellen m\u00fcssen<br>\nZuk\u00fcnftige Bildungssysteme m\u00fcssen sich folgenden \u2014 im Grunde sehr alten \u2014 Fragen stellen, diese jedoch im Lichte der oben genannten aktuellen vor allem technologischen Entwicklungen (neu) beantworten und in p\u00e4dagogische Konzepte umsetzen:<\/p>\n\n\n\n<p>Was macht uns in solch einer Welt zum Menschen, wie sieht das spezifisch Menschliche aus?<br>\nWie sieht eine sinnvolle Beziehung zwischen Mensch(en), Umwelt, Gesellschaft, Technologie und Zukunft aus?<br>\nWie begegnen wir den Herausforderungen der zunehmend verschwimmenden Grenzen zwischen Mensch und Technologie auf eine menschliche(re) Weise?<br>\nWelche F\u00e4higkeiten\/Kompetenzen, Haltungen und Denkweisen ben\u00f6tigen wir, um mit unserer ungewissen und unvorhersehbaren Zukunft umzugehen, und um sie mit Bedeutung und auf eine fruchtbare Art und Weise zu co-kreieren?<br>\nAuf diese Fragen zu antworten, w\u00fcrde den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen, daher k\u00f6nnen hier nur einige Eckpfeiler solch eines Zukunftskonzepts von Bildung skizziert werden. Zuallererst m\u00fcssten wir beginnen, den Menschen (wieder) als ein Sinn-suchendes (\u201csense-making\u201d) Wesen zu verstehen und ihn\/sie in seiner\/ihrer Suche nach dem Sinn im Leben (sich selber), Sinn in der Welt, Sinn im sozialen und \u00f6kologischen Umfeld ernst zu nehmen. Hier geht es explizit nicht (nur) um Wissen, sondern um Sinn (\u201dpurpose\u201d), da dieser nicht nur Orientierung und Richtung f\u00fcr alle weiteren Aktivit\u00e4ten, Entwicklungen und Formen des Lernens gibt, sondern auch immer den Mensch als Ganzes in seiner Zukunftsgerichtetheit und Gestaltungsorientiertheit im Blick hat. Dar\u00fcber hinaus tr\u00e4gt dies neueren Einsichten der Kognitions- und Neurowissenschaften Rechnung, dass unser Denken (und menschliches Sein) nicht nur auf Wissen und unser Gehirn beschr\u00e4nkt ist, sondern den K\u00f6rper und Emotionen ebenso umfasst wie unsere Umwelt. Der sogenannte 4E-Ansatz zu Kognition (z.B. Newen et al., 2018) geht davon aus, dass unser Denken verk\u00f6rpert (\u201cembodied\u201d) und in die materielle und soziale Umwelt eingebettet (\u201cembedded\u201d) ist, dass wir unter Zuhilfenahme unserer Umwelt denken (\u201cextended\u201d) und dass wir unsere innere und \u00e4u\u00dfere Umwelt in Interaktion mit dieser permanent kreieren (\u201cenacted\u201d). Dies stellt einige lieb gewonnene Pr\u00e4missen in p\u00e4dagogischen Ans\u00e4tzen, wie z.B. die Idee von Lehren\/Lernen als \u201cWissenstransfer\/-vermittlung\u201d, auf den Kopf und ersetzt diese z.B. durch Prozesse der Co-Konstruktion von Wissen und Bedeutung in sozio-materiellen Formaten oder durch neue Haltungen und Verst\u00e4ndnis betreffend unsere Beziehung zur Welt und zu Wissen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Zukunft wird es nicht mehr so sehr um \u201cWissen \u00fcber die Welt\u201d gehen, sondern um die existenziellere Frage eines sinnerf\u00fcllten Lebens und Lernens mit\/in der Welt. Dies bedeutet, dass die Gestaltung der Welt und das sogenannte \u201eCo-Becoming\u201c mit der Zukunft als situierte und soziale Praxis in den Vordergrund r\u00fccken werden. Der Begriff \u201eCo-becoming\u201c kann als \u201egemeinsames Werden\u201c oder \u201eCo-evolvieren\u201c ins Deutsche \u00fcbersetzt werden. W\u00e4hrend \u201egemeinsames Werden\u201c den Gedanken des gemeinsamen Entstehens mit der Welt betont, so unterstreicht \u201eco-evolvieren\u201c den kollaborativen und evolution\u00e4ren Charakter dieses Prozesses. Dies kommt in einem Positionspapier der UNESCO zur Zukunft der Bildung klar zum Ausdruck:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n\n<p>\u2026we have recognized that we\u00a0<em>live and learn in a world<\/em>. Our pedagogies no longer position the world out-there as the object we are learning about.\u00a0<em>Learning to become with the world<\/em>\u00a0is a situated practice and a more-than-human pedagogical collaboration\u2026 By focusing on worldly relations and encounters as inherently pedagogical, acknowledging that it is not only humans that teach and learn, and by mobilising human\u00a0<em>curiosity to learn from what is already going on in the world<\/em>, we\u2026 make the\u00a0<em>shift from only ever learning about the world to learning with it<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><cite>(UNESCO 2021, p 7 [Hervorhebungen durch den Autor])<\/cite><\/p>\n\n\n<\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1.jpg\" alt=\"\" \/>\n    <figcaption>\u201e\u2026by mobilising human curiosity to learn from what is already going on in the world, we\u2026 make the shift from only ever learning about the world to learning with it.\u201c (UNESCO 2021, p 7)&nbsp;<\/figcaption> \n<\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Future Education Skills \u2013 die Bildungskompetenzen der Zukunft<\/h2>\n\n\n\n<p>Dies erfordert eine ganze Reihe neuer F\u00e4higkeiten und Haltungen und Mindsets, die in aktuellen p\u00e4dagogischen Konzepten \u2014 wenn \u00fcberhaupt \u2014 nur sehr sporadisch zu finden, geschweige denn darin als grundlegende Leitprinzipien verankert sind:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Vom Wissen zum Nicht-Wissen: Die Komplexit\u00e4t und Unvorhersagbarkeit der Welt, ebenso wie Co-Becoming, implizieren das Anerkennen des Nicht-Wissens, da die Welt immer reichhaltiger ist als unser Wissen \u00fcber sie und sie uns immer aufs Neue \u00fcberraschen kann. Eine Haltung der Offenheit und Rezeptivit\u00e4t bzw. des Aufgebens der Kontrolle ist eine Voraussetzung daf\u00fcr.<\/li>\n<li>Wissen und Bedeutung sind in permanentem Flu\u00df und werden stets neu \u201cverhandelt\u201d und (co-)konstruiert: Eine konstruktivistische Perspektive und oben genannte neuere Ans\u00e4tze der Kognitions- und Neurowissenschaften gehen von einer dynamischen und offenen (\u201copen-ended\u201d) Beziehung zur Welt aus, in der die Interaktion und die fluide Kopplung im Sinne eines Co-Becomings mit dieser im Vordergrund stehen. Dies beinhaltet ein sich stets auf das Neue in der Welt Einlassen und einen kreativen Umgang mit (Zukunfts-)Potentialen und M\u00f6glichkeiten, die uns \u201cangeboten\u201d werden.<\/li>\n<li>Systemdenken und Denken in \u00d6kosystemen: Unser heutiges Denken, unser Handeln und auch unsere Bildung sind sehr stark von einer linearen Vorstellung der Welt gepr\u00e4gt und daher durch lineare Ursache-Wirkungs-Ketten bestimmt. In einer VUCA-Welt ist dies jedoch nicht l\u00e4nger ad\u00e4quat, da solch eine Welt von nicht-Linearit\u00e4t, sich verst\u00e4rkenden Feedback-Loops und Exponentialit\u00e4t gepr\u00e4gt ist. Dies verunm\u00f6glicht eine (lineare) Vorhersage aus der Vergangenheit und bedarf eines Denkens in (\u00d6ko-)Systemen und eines Handelns, das von der Zukunft her getrieben ist.<\/li>\n<li>Making, Kreativit\u00e4t und Innovation: Wir haben gesehen, dass unser Denken (und Lernen) zu sehr im und auf den Kopf fixiert ist. Demgegen\u00fcber steht das sich Einlassen auf die Umwelt und das aktive Tun bzw. das Hervorbringen von Artefakten und das Gestalten der Welt. Im aktiven Engagement mit der Welt ergeben sich oft M\u00f6glichkeiten, die wir uns anfangs gar nicht h\u00e4tten denken oder vorstellen k\u00f6nnen; dieses \u201cmaterial engagement\u201d (Malafouris, 2019) wird zur Quelle von Kreativit\u00e4t und Innovation. Das (radikal) Neue entsteht nicht in klassischen Lernprozessen, sondern in einem Prozess des in Resonanz- und in Korrespondenz-Tretens (Ingold, 2013; Rosa, 2019) mit einer sich in Entwicklung (\u201cunfolding\u201d) befindlichen Welt \u2014 in einem wechselseitigen und kontinuierlichen \u201cHinh\u00f6ren\u201d und \u201cAntworten\u201d auf diese Welt.<\/li>\n<li>Fokus auf Purpose: Ein klar definierter und gelebter Purpose (Zweck) ist nicht nur ein entscheidendes Instrument, um Richtung, Orientierung und Koh\u00e4renz (zwischen beteiligten Stakeholdern) zu haben, sondern stattet ein Individuum, ein soziales System oder eine Organisation auch mit einer eigenen Zukunftsstrategie aus. Demnach geht es bei Purpose immer um zuk\u00fcnftige Zust\u00e4nde und Zukunftspotenziale; er ist in der Zukunft angesiedelt, in der Gegenwart verankert, verbindet die Zukunft mit der Vergangenheit und zieht ein System aus der Zukunft her an, wie es H.v.Foerster formuliert, er ist eine \u201eUrsache, die in der Zukunft liegt\u201c. Daher ist es unerl\u00e4sslich, den Zweck eines Systems (unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um ein materielles Artefakt, ein soziales System, oder eine Organisation handelt) explizit zu gestalten, denn er ist die zentrale Ursache, wof\u00fcr es steht, und warum und wof\u00fcr es existiert und in Zukunft existieren wird.<\/li>\n<li>Futures Literacies und \u201cLearning from the future as it emerges\u201d: W\u00e4hrend klassische Lehr- und Lernprozesse meist auf bereits bestehendes Wissen abzielen, geht es in zukunftsorientierten Lern- und Innovationsprozessen um sogenannte Zukunftspotentiale. Obgleich sie in der Realit\u00e4t angelegt sind, entziehen sie sich unserer direkten Wahrnehmung oder unserem \u201cgesicherten Wissen\u201d. Wir ben\u00f6tigen daher alternative Kompetenzen, aber auch Haltungen, um zu lernen, \u201cdas, was m\u00f6glich ist\u201d, wahrzunehmen und zu nutzen. Diese lassen sich unter sog. \u201cFutures Literacies\u201d (z.B. Miller, 2018) zusammenfassen, in denen es darum geht, Zukunftspotentiale zu identifizieren und diese schon heute zu nutzen, um w\u00fcnschenswerte Zuk\u00fcnfte zu gestalten. Lernen aus der Vergangenheit wird zu einem \u201cLearning from the future as it emerges\u201d (Scharmer, 2016).<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/2.jpg\" alt=\"\" \/>\n    <figcaption>Unser Nicht-Wissen und den Reichtum unserer Welt, der weit dar\u00fcber hinausgeht, anzuerkennen, ist ein wesentlicher Schritt, um uns von der Welt fundamental \u00fcberraschen zu lassen.&nbsp;<\/figcaption> \n<\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Es besteht h\u00f6chster Handlungsbedarf<\/h2>\n\n\n\n<p>Schon aus dieser sehr kursorischen \u00dcbersicht \u00fcber Zukunftskompetenzen wird deutlich, dass es \u2014 angesichts der disruptiven Ver\u00e4nderung in unserer Welt auf der einen und der \u00e4u\u00dferst starren Strukturen in unseren Bildungssystemenen auf der anderen Seite \u2014 einer ehrlichen Auseinandersetzung mit sehr grundlegenden Fragen des Lernens und Lehrens, aber ebenso des Wissens (im Sinne einer T\u00e4tigkeit) und der Haltungen und Mindsets bedarf. Es besteht h\u00f6chster Handlungsbedarf, dass die resultierenden Einsichten in eine tiefgreifende Transformation unserer Bildungssysteme m\u00fcnden, die nicht nur kosmetischer Natur sind, sondern Menschen hervorbringen, die selber durch eine pers\u00f6nliche Transformation gegangen sind und sie dadurch zu autonomen, zukunftsorientierten und verantwortungsbewussten Gestalter:innen unserer Zukunft machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl der angesprochene Wandel zun\u00e4chst als herausfordernd erscheinen mag, haben unsere zahlreichen Erfahrungen in Projekten, die sich auf zukunfts- und sinnorientiertes Arbeiten, Lernen und Lehren konzentrieren, nicht nur deutlich aufgezeigt, dass er von allen Beteiligten positiv aufgenommen wurde, sondern auch in seinem Wert gesch\u00e4tzt wird, proaktiv mitgestaltet zu k\u00f6nnen. Unser Ansatz zielt darauf ab, unterschiedlichste Stakeholder in die Erkundung und co-kreative Gestaltung ihrer Umwelt einzubeziehen. Ein eindr\u00fcckliches Beispiel hierf\u00fcr ist unsere Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universit\u00e4t Graz, bei der wir das Profil der Universit\u00e4t so weiterentwickelt haben, dass es den gesamten urbanen Raum um die Organisation f\u00fcr eine gemeinschaftliche, kreative Gestaltung \u00f6ffnet. Die Universit\u00e4t verwandelt sich dadurch in einen Ort, der sinnstiftend wirkt und seine Umgebung nachhaltig und zukunftsorientiert pr\u00e4gt und formt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese und viele weitere Projekte unterstreichen unsere \u00dcberzeugung, dass zukunftsorientierte Bildung uns zu Gestaltern macht. Wenn auch Sie diese Vision teilen, freuen wir uns, Sie auf diesem Weg zu begleiten und zu unterst\u00fctzen. Denn sowohl bei der Entwicklung neuer, zukunftsorientierter Curricula in Bildungseinrichtungen als auch bei Weiterbildungsprogrammen oder Akademien f\u00fcr Unternehmen k\u00f6nnen wir unsere Erfahrungen gezielt einbringen und so gemeinsam mit Ihnen die Zukunft der Bildung als Schule der Zukunft gestalten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrende Literatur<\/h3>\n\n\n\n<h2>Referenzen:<\/h2>\n<p>Baran, B.E. and H.M. Woznyj (2021). Managing VUCA. The human dynamics of agility. Organizational Dynamics 50(2), 1\u201311.<\/p>\n<p>Ingold, T. (2013). Making. Anthropology, archaeology, art and architecture. Abingdon, Oxon; New York, NY: Routledge.<\/p>\n<p>Ingold, T. (2017). Anthropology and\/as education. Oxon, New York: Routledge.<\/p>\n<p>Malafouris, L. (2019). Mind and material engagement. Phenomenology and the Cognitive Sciences 18, 1\u201317.<\/p>\n<p>Miller, R. (Ed.) (2018). Transforming the future. Anticipation in the 21st century. Oxon, New York: Routledge.<\/p>\n<p>Newen, A., L. de Burin, and S. Gallagher (Eds.) (2018). The Oxford Handbook of 4E cognition. Oxford: Oxford University Press.<\/p>\n<p>Rosa, H. (2019). Resonance: A sociology of our relationship to the world. Cambridge, UK; Medford, MA: Polity Press.<\/p>\n<p>Scharmer, C.O. (2016). Theory U. Leading from the future as it emerges. The social technology of presencing (second ed.). San Francisco, CA: Berrett-Koehler Publishers.<\/p>\n<p>UNESCO (2021). Learning to become with the world: education for future survival. Paris: UNESCO (Futures of Education).<\/p>\n<p>Weitere Details zu diesem Thema k\u00f6nnen hier nachgelesen werden:<\/p>\n<p>Peschl, M.F. and T. Fundneider (2023). Co-Becoming: How to Shape Desirable Futures in Highly Uncertain Times. On learning and the role of futures literacy in a VUCA world. In C. Kohlert (Ed.), Die menschliche (Hoch)schule \u2013 Human(e) Education, pp. 19\u201350. Wiesbaden: Springer. bzw. <a href=\"https:\/\/shorturl.at\/hnJQ0\">https:\/\/shorturl.at\/hnJQ0<\/a> (pre-final text for download)<\/p>\n<p>Featured image by Farrel Nobel on Unsplash, dann in folgender Reihnfolge; Jonas Tebbe \/ Unsplash; Jonas Verstuyft \/ Unsplash; Jesse Sewell \/ Unsplash<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die heutigen Herausforderungen, der rasche und unvorhersehbare technologische Fortschritt und die sozio\u00f6konomischen Umw\u00e4lzungen unserer Zeit erfordern ein v\u00f6llig neues Verst\u00e4ndnis von Bildung. Das traditionelle Bildungssystem ist haupts\u00e4chlich auf die Vermittlung von Wissen aus der Vergangenheit ausgerichtet. 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