{"id":1424,"date":"2025-01-13T14:59:06","date_gmt":"2025-01-13T13:59:06","guid":{"rendered":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/?p=1424"},"modified":"2026-04-13T10:55:10","modified_gmt":"2026-04-13T08:55:10","slug":"innovation-in-der-warteschleife-das-unangetastete-potential-zwischen-wissenschaft-und-wirtschaft-in-europa-und-wie-man-es-freisetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/innovation-in-der-warteschleife-das-unangetastete-potential-zwischen-wissenschaft-und-wirtschaft-in-europa-und-wie-man-es-freisetzt\/","title":{"rendered":"Innovation in der Warteschleife: Das unangetastete Potential zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in Europa und wie man es freisetzt"},"content":{"rendered":"\n<p>In Europa klafft eine riesige L\u00fccke an ungenutztem intellektuellem Potential. Auf der einen Seite der Kluft haben wir au\u00dferordentlich wettbewerbsf\u00e4hige, forschungsintensive Universit\u00e4ten. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die biomedizinische Forschung. Auf der anderen Seite finden wir Investor:innen, die bereit sind, diese Ergebnisse zu verwerten. Auf der einen Seite haben wir junge, hochbegabte und motivierte Studierende und Forschende, denen es an unternehmerischen F\u00e4higkeiten mangelt; auf der anderen Seite haben wir Risikokapitalgeber:innen, die durch diesen Mangel an unternehmerischen F\u00e4higkeiten verschreckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was eindeutig ben\u00f6tigt wird, ist ein wesentlich effektiveres Vermittlungssystem, um die wirtschaftliche Nutzung und gesellschaftliche Verwertung der universit\u00e4ren Forschung zu erleichtern: ein integrales Bindeglied zwischen akademischen Einrichtungen und der Gesch\u00e4ftswelt. Eine solche Initiative w\u00fcrde tragf\u00e4hige Investitionsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Investor:innen und Sponsor:innen schaffen und letztlich nicht nur Wachstum und Innovation auf dem europ\u00e4ischen Markt f\u00f6rdern, sondern auch die Grundlagenforschung als Basis f\u00fcr k\u00fcnftige Anwendungen und Innovationen refinanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist, dass sich dieser Ansatz auf die F\u00f6rderung von Innovationen jenseits von digitalen Spielereien und Apps konzentriert, die oft nur marginalen Impact auf die europ\u00e4ische Wirtschaft haben und Gefahr laufen, in L\u00e4nder au\u00dferhalb der EU verlagert zu werden. Indem wir die Kluft zwischen Wissenschaft und Wirtschaft \u00fcberbr\u00fccken, ebnen wir stattdessen den Weg f\u00fcr solide Unternehmen, die auf greifbaren Infrastrukturen, der Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen und der St\u00e4rkung der europ\u00e4ischen Fertigungs- und Produktionssektoren basieren. Ein Paradebeispiel f\u00fcr das Potential dieses Modells ist BioNTech in Mainz, das die Gemeinde zu deutlich mehr Wohlstand gef\u00fchrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum gibt es \u00fcberhaupt eine solche L\u00fccke? Die Gelegenheit diese kurzerhand zu schlie\u00dfen; ein schneller Gewinn f\u00fcr alle Beteiligten? Mitnichten, denn die Gr\u00fcndung eines Spin-offs ist nie einfach, schon gar nicht f\u00fcr Akademiker:innen, bzw. das wissenschaftliche Personal in Universit\u00e4ten. Ein Mangel an unternehmerischer Kultur und Risikobereitschaft ist ein Hindernis f\u00fcr Projekte, die hohe Kapitalbetr\u00e4ge mit Aussicht auf langfristige Rentabilit\u00e4t erfordern. Und auch rechtliche Beschr\u00e4nkungen wie die H\u00fcrden f\u00fcr die \u00dcbertragung von geistigem Eigentum k\u00f6nnen entmutigend sein. All dies gilt insbesondere f\u00fcr Biotech-Spin-offs oder biomedizinische Technologien, die auf langwierige Patientenversuche und teure Ger\u00e4te angewiesen sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/45.jpg\" alt=\"\" \/>\n    <figcaption>Photo von CDC \/ Unsplash&nbsp;<\/figcaption> \n<\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Unterschied zwischen Europa und der anglo-amerikanischen Welt<\/h2>\n\n\n\n<p>Dieses Problem ist jedoch zun\u00e4chst mal in Europa anzutreffen. Die Kultur in der anglo-amerikanischen Welt, insbesondere in den USA, ist unverkennbar anders. Auch dort lief es jedoch nicht immer zu Gunsten eines reibungslosen Technolgie- und Wissenstransfers. Zun\u00e4chst begannen die US-Universit\u00e4ten in den 1920er Jahren, ihre Entdeckungen zu patentieren und zu lizenzieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterst\u00fctzte die US-Regierung zunehmend die universit\u00e4re Forschung. Die Umsetzung von Ideen in Unternehmen verlief jedoch schleppend, da die Regierung die Patente behielt. In den 1970er Jahren wurden an den Universit\u00e4ten spezielle B\u00fcros eingerichtet, die sich um Patente und Lizenzen k\u00fcmmern sollten. Dennoch k\u00e4mpften die Universit\u00e4ten mit komplizierten Regeln, bis 1980 der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Bayh%E2%80%93Dole_Act\">Bayh-Dole Act<\/a> verabschiedet wurde. Durch dieses Gesetz wurden die Universit\u00e4ten selbst Eigent\u00fcmer der von der Regierung finanzierten Patente, was die Umsetzung ihrer Forschung in Produkte erleichterte. Seitdem gelingt es den inneruniversit\u00e4ren B\u00fcros f\u00fcr Wissenstransfer besser, neue Technologien auf den Markt zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bayh-Dole-Gesetz hat mehr als nur die rechtlichen Rahmenbedingungen ver\u00e4ndert. Es f\u00f6rderte einen breiteren kulturellen und strukturellen Wandel in den USA, indem es Universit\u00e4ten und Forschende ermutigte, das Potential ihrer Entdeckungen unternehmerischer zu betrachten. Die oben genannten strukturelle Ver\u00e4nderungen (wie die Einrichtung von Technologietransferb\u00fcros) unterst\u00fctzten den kulturellen Wandel, da die Universit\u00e4ten ihre Technologietransferb\u00fcros st\u00e4rkten und Partner:innenschaften mit der Industrie f\u00f6rderten. Gemeinsam trugen diese Ver\u00e4nderungen dazu bei, ein \u00d6kosystem zu schaffen, in dem akademische Forschung leichter in kommerzielle Produkte umgesetzt werden konnte und in den Innovationen nicht nur wegen ihres akademischen Interesses, sondern auch wegen ihres potentiellen Marktwerts aktiv verfolgt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den Erfolg dieses Ansatzes zu veranschaulichen, hat die Stanford University im Jahr 2021 25 neue Unternehmen gegr\u00fcndet, die auf Stanford-Technologie basieren, mit Optionen oder Lizenzen. Zum 31. August 2021 hielt Stanford aufgrund von Lizenzvereinbarungen Anteile an 256 Unternehmen. In diesem Jahr erbrachte die Liquidation des Eigenkapitals von 22 Unternehmen 51,9 Millionen Dollar f\u00fcr die Universit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/44.jpg\" alt=\"\" \/>\n    <figcaption>Das James H. Clark Center der Stanford University \u2013 Photo von Zetong Li \/ Unsplash&nbsp;<\/figcaption> \n<\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die europ\u00e4ische Kluft: Der Fall Deutschland und \u00d6sterreich<\/h2>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck nach Europa, speziell nach Deutschland und \u00d6sterreich. Es besteht ein breiter Konsens dar\u00fcber, dass die deutschen Hochschulen mehr zu bieten haben, wenn es um Unternehmensgr\u00fcndungen geht. Die Startup-Strategie der Bundesregierung von Anfang dieses Jahres weist auf eine klare L\u00fccke hin: Deutschland ist wie die gesamte EU gro\u00dfartig in der Forschung, aber nicht in der Lage, diese Forschung in Ausgr\u00fcndungen, Unternehmen und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Investoren oder private Beteiligungsfonds umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6sterreich steht vor \u00e4hnlichen Herausforderungen. Die Zahl der Hochschul-Spin-offs in \u00d6sterreich wird allgemein als zu niedrig angesehen. Das aktuelle Regierungsprogramm (2020-2024) sieht die Einf\u00fchrung von Leistungsindikatoren f\u00fcr akademische Gr\u00fcndungen vor, mit dem Ziel, die Zahl der akademischen Spin-offs bis 2024 um 100 % zu erh\u00f6hen. In \u00d6sterreich gibt es erhebliche Rechtsunsicherheiten, insbesondere bei der Nutzung von geistigem Eigentum. Gefordert wird daher die Einf\u00fchrung allgemeing\u00fcltiger Standards, an denen sich die Verantwortlichen orientieren k\u00f6nnen, mit Unterst\u00fctzung der zust\u00e4ndigen Ministerien und des \u00f6sterreichischen Rechnungshofs.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl die deutschen als auch die \u00f6sterreichischen Universit\u00e4ten geben der Lehre und der Forschung den Vorrang vor der Gr\u00fcndung von akademischen Spin-offs. Auf den ersten Blick zeugt dies von der Unabh\u00e4ngigkeit der Universit\u00e4ten, die ein wesentliches Gut des \u00f6ffentlichen Bildungswesens ist, und von der sozialen Agenda, Bildung einem breiten Publikum zug\u00e4nglich zu machen. Die Depriorisierung des Wissenstransfers steht jedoch im Widerspruch zu europ\u00e4ischen Forschungsprogrammen wie Horizon Europe, die sich zunehmend auf die den gesellschaftlichen Impact konzentrieren. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen der Schutz der akademischen Forschung vor kommerziellen (und politischen) Interessen und die Freiheit von Forschung und Bildung gewahrt bleiben \u2013 jedoch nicht auf Kosten der so genannten \u201eThird Mission\u201c der Universit\u00e4ten. Ganz im Gegenteil, das von \u00f6ffentlichen Universit\u00e4ten generierte Wissen ist Wissen, das f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit geschaffen wird, auch wenn die Universit\u00e4ten ihre Forschungsziele unabh\u00e4ngig vom \u00f6ffentlichen Interesse w\u00e4hlen. Dar\u00fcber hinaus spiegelt die akademische Forschung h\u00e4ufig Ereignisse und Bed\u00fcrfnisse au\u00dferhalb der Akademie wider und wird von diesen inspiriert, um sie zu erkl\u00e4ren und ihnen einen Sinn zu geben. Daher besteht die Tendenz, dass ein Teil der akademischen Forschung (selbst der Grundlagenforschung) in die Welt zur\u00fcckflie\u00dft, die sie inspiriert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere in \u00d6sterreich ist derzeit jede Ausgr\u00fcndung ein Einzelfall. Es gibt keine klaren Regeln, wie die Universit\u00e4ten mit Kapitalanteilen oder Lizenzgeb\u00fchren umgehen sollen, was zu Ineffizienz im Spin-off-Prozess f\u00fchrt. Internationale Studien zeigen, dass 70% der Spin-off-Projekte im Ausland innerhalb von sechs Monaten verhandelt und abgeschlossen werden, w\u00e4hrend der Durchschnitt in \u00d6sterreich bei vier Jahren liegt. Trotz einiger Initiativen, wie z.B. die Kooperation der Entrepreneurship-Zentren an den \u00f6sterreichischen Universit\u00e4ten, sind die Fortschritte in diesem Bereich begrenzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies f\u00fchrt zu einem weiteren Punkt. H\u00e4ufig sind es die Hochschulleitungen, d.h. die Rektorate, die solche Ausgr\u00fcndungsinitiativen vorantreiben, indem sie versuchen, die daf\u00fcr notwendigen Strukturen zu schaffen. Sie sind sich zwar h\u00e4ufig bewusst, dass sie Ma\u00dfnahmen ergreifen m\u00fcssen, um die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschulen zu intensivieren, aber sie m\u00fcssen deutlich effektivere Kompetenzen entwickeln, um eine solche Zusammenarbeit zielgerichteter zu gestalten. Dies bedeutet, dass Hochschulleitungen und Rektorate in der Lage sein m\u00fcssen, eine strategische Vision und langfristige Partner:innenschaften zu entwickeln, bei der Kommerzialisierung von Forschung proaktiv vorzugehen und die Bed\u00fcrfnisse der Industrie zu verstehen. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen sie ein Klima des Vertrauens schaffen, die Entwicklung unternehmerischer F\u00e4higkeiten f\u00f6rdern und wiederum F\u00fchrungskr\u00e4fte f\u00fcr Kooperationsprojekte sorgf\u00e4ltig ausw\u00e4hlen. Ihr Engagement ist daher entscheidend, um die Kluft zwischen akademischer Forschung und Industrie zu \u00fcberbr\u00fccken, gegenseitiges Verst\u00e4ndnis und Engagement sicherzustellen und letztlich erfolgreiche Kooperationen zwischen Hochschulen und Industrie zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Herausforderungen f\u00fcr Spin-Offs und die Zusammenarbeit zwischen Universit\u00e4t und Industrie<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein entscheidender Schritt zur \u00dcberwindung der Kluft zwischen Hochschulen, Industrie und Kapitaleigner:innen ist die Angleichung der Wettbewerbsbedingungen zwischen ihnen. Universit\u00e4ten bzw. Hochschulen und Industrie bzw. Finanzwirtschaft sind sehr unterschiedliche Welten. Sowohl die Akteure aus dem akademischen Bereich als auch jene aus der Industrie bzw. die Kapitaleigner:innen m\u00fcssen ihre Erwartungen in Einklang bringen und einen gemeinsamen Weg der Zusammenarbeit finden. Sie m\u00fcssen ihre Bem\u00fchungen strategisch auf einer Vermittlungsebene integrieren, um die folgenden Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zeitliche Erwartungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die akademische Welt ist in der Regel auf das Streben nach Wissen und eine langfristige Perspektive ausgerichtet, die nicht an strenge Fristen gebunden ist, w\u00e4hrend die Partner:innen und Investor:innen in der Industrie auf Effizienz, Monetarisierung und schnelle Ergebnisse Wert legen, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Dieser grundlegende Unterschied in der Zeitperspektive kann zu falschen Erwartungen f\u00fchren, da die Wissenschaft als bed\u00e4chtig und die Industrie als schnell handelnd angesehen wird. Auch die Ziele und die wahrgenommene Dringlichkeit von Projekten unterscheiden sich stark zwischen Hochschulen und Industrie. Universit\u00e4ten wollen Wissen um seiner selbst willen produzieren, oft mit einem entspannteren Zeitrahmen, w\u00e4hrend Unternehmen greifbare Ergebnisse anstreben, die sich schnell auf den Markt und die Rentabilit\u00e4t auswirken k\u00f6nnen. F\u00fcr den Erfolg von Spin-offs ist es von entscheidender Bedeutung, diese unterschiedlichen Perspektiven zu harmonisieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zusammensetzung des Teams<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Aufbau eines effizienten Spin-off-Teams erfordert einen anderen Ansatz als im akademischen Bereich. Im akademischen Umfeld arbeiten Forschende oft unabh\u00e4ngig voneinander an ihren eigenen akademischen Zielen, w\u00e4hrend in Unternehmen (einschlie\u00dflich Spin-offs) das Ziel darin besteht, ein einheitliches Team zu f\u00f6rdern, das auf ein gemeinsames Unternehmensziel hinarbeitet. Der \u00dcbergang von einer individualistischen akademischen Denkweise zu einem einheitlichen, team- und unternehmenszentrierten Ansatz in einem Spin-off kann eine Herausforderung darstellen, insbesondere wenn die Teammitglieder an die Autonomie der akademischen Forschung gew\u00f6hnt sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gemeinsame Nutzung von Ressourcen<\/h3>\n\n\n\n<p>Akademische Einrichtungen stellen Ressourcen wie Labors und Ger\u00e4te in der Regel ausschlie\u00dflich f\u00fcr Lehr- und Forschungszwecke zur Verf\u00fcgung. Damit die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Hochschulen Erfolg haben kann, muss ein Kulturwandel hin zur gemeinsamen Nutzung dieser wertvollen Ressourcen stattfinden. Dazu geh\u00f6ren nicht nur logistische Vorkehrungen, sondern auch ein grundlegender Wandel in der Art und Weise, wie Universit\u00e4ten die Nutzung und das Eigentum ihren Ressourcen interpretieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Institutionelle Starrheit versus Flexibilit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p>Universit\u00e4ten und Hochschulen arbeiten oft innerhalb eines Rahmens etablierter Protokolle und Hierarchien, was die dynamische Interaktion, die f\u00fcr eine effektive Zusammenarbeit mit der Industrie erforderlich ist, unterlaufen kann. Der strukturierte Charakter akademischer Einrichtungen steht im Gegensatz zu den agileren und anpassungsf\u00e4higeren Unternehmensstrukturen, was die Angleichung von Prozessen und Entscheidungsprozessen erschwert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">L\u00fccken in der Kommunikation<\/h3>\n\n\n\n<p>Effektive Kommunikation ist der Eckpfeiler eines jeden erfolgreichen Spin-offs. Akademiker:innen und Fachleute aus der Industrie scheinen manchmal in unterschiedlichen Sprachwelten zu operieren, mit einer speziellen Terminologie, die Barrieren schaffen kann. Das Finden einer gemeinsamen Sprache und eines gemeinsamen Verst\u00e4ndnisses, das \u00fcber den Fachjargon hinausgeht, ist eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr klare und produktive Interaktionen und f\u00fcr die Gewinnung von Finanzmitteln au\u00dferhalb der traditionellen akademischen Finanzierungsinstrumente.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verbreitung der Forschung<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt eine philosophische Kluft zwischen der Wissenschaft und der Industrie, was den Umgang mit Forschungsergebnissen und geistigem Eigentum angeht. Forschende und Wissenschafter:innen bef\u00fcrworten oft den freien Fluss von Wissen, weil sie annehmen, dass dies den wissenschaftlichen Fortschritt f\u00f6rdert, w\u00e4hrend Unternehmen dazu neigen, Forschung als Eigentum zu sch\u00fctzen und f\u00fcr strategische Vorteile zu nutzen. Diese unterschiedliche Herangehensweise kann zu Meinungsverschiedenheiten \u00fcber Ver\u00f6ffentlichungen und Rechte an geistigem Eigentum f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass das Potential f\u00fcr Synergien zwischen Hochschulen und Industrie in Europa zwar enorm ist, insbesondere im Bereich der Biotechnologie und der biomedizinischen Forschung, dass aber strukturelle und kulturelle Hindernisse verhindern, dass dieses Potential voll ausgesch\u00f6pft wird. Das unternehmerische \u00d6kosystem, das in den Vereinigten Staaten floriert und von der Gesetzgebung und tiefreichendenden Innovationskultur unterst\u00fctzt wird, steht in scharfem Kontrast zu der vorsichtigen, risikoscheuen Haltung, die in Europa vorherrscht. Deutschland und \u00d6sterreich stehen trotz ihres starken akademischen Fundaments und ihrer vielversprechenden Forschungslandschaft beispielhaft f\u00fcr die allgemeine europ\u00e4ische Herausforderung, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktreife Innovationen umzusetzen, um deren Auswirkungen auf die Gesellschaft zu entfalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die L\u00f6sung liegt in der F\u00f6rderung eines Umfelds, das den \u00dcbergang von der akademischen Welt zur Industrie nicht nur ermutigt, sondern auch systematisch unterst\u00fctzt. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle und wirtschaftliche Dimension, sondern auch um die Straffung der rechtlichen Verfahren f\u00fcr die \u00dcbertragung von geistigem Eigentum, die F\u00f6rderung einer unternehmerischen Denkweise in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und die Schaffung von Anreizen f\u00fcr die Risikobereitschaft von Forschenden, Gr\u00fcnder:innen und Investor:innen. Au\u00dferdem m\u00fcssen starke Br\u00fccken zwischen den Elfenbeint\u00fcrmen der Forschung und der schnelllebigen Welt der Wirtschaft geschlagen werden, um sicherzustellen, dass Ressourcen, Ziele und Kommunikationskan\u00e4le aufeinander abgestimmt sind und der gemeinsame Innovationsauftrag nicht in der erw\u00e4hnten kulturellen Kluft verloren geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Europa steht an einem Scheideweg, an dem der eingeschlagene Pfad zu einem Aufbl\u00fchen von Innovation und Unternehmertum f\u00fchren k\u00f6nnte, \u00e4hnlich den Erfolgen der Bayh-Dole-\u00c4ra in den USA. Die Herausforderung besteht darin, einen Rahmen zu schaffen, innerhalb dessen das intellektuelle und kreative Kapital der Universit\u00e4ten in die Wirtschaft kanalisiert werden kann, um Wirtschaftswachstum, positive gesellschaftliche Auswirkungen und Fortschritt zu f\u00f6rdern. Die Saat ist bereits im Boden \u2013 uns fehlen nur noch die Voraussetzungen, damit sie aufgehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>In unserem n\u00e4chsten Blog-Beitrag werden wir die aktuelle Diskussion um ein Projekt erweitern, das wir mit der Medizinischen Universit\u00e4t Graz bestritten haben. Wir von theLivingCore haben den Prozess der strategischen Profilierung der Universit\u00e4t ma\u00dfgeblich vorangetrieben und ein zukunftsorientiertes Profil der Organisation entworfen, das die aktuellen Diskussionen widerspiegelt. Das Ergebnis: eine klare Vision von einer Kultur der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft, die medizinische Grundlagenforschung mit Patientenversorgung und medizinischer Innovation effektiv verbindet. Schauen Sie also wieder vorbei, wenn Sie das Thema wachh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrende Literatur<\/h3>\n\n\n\n<p>Featured image: ANIRUDH on Unsplash<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Europa klafft eine riesige L\u00fccke an ungenutztem intellektuellem Potential. Auf der einen Seite der Kluft haben wir au\u00dferordentlich wettbewerbsf\u00e4hige, forschungsintensive Universit\u00e4ten. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die biomedizinische Forschung. Auf der anderen Seite finden wir Investor:innen, die bereit sind, diese Ergebnisse zu verwerten. 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