{"id":1181,"date":"2025-01-07T13:47:16","date_gmt":"2025-01-07T12:47:16","guid":{"rendered":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/?p=1181"},"modified":"2026-04-13T10:55:11","modified_gmt":"2026-04-13T08:55:11","slug":"warum-scheitert-change-management-allzu-oft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/warum-scheitert-change-management-allzu-oft\/","title":{"rendered":"Warum scheitert Change-Management (allzu oft)?"},"content":{"rendered":"\n<p>Change-Management hat einen schlechten Ruf. Es neigt dazu, zu scheitern \u2013 und seine Versprechen nicht einzuhalten. Fortlaufend werden neue Methoden oder Tools entwickelt und eingesetzt, um dem entgegenzuwirken. Dennoch fehlt f\u00fcr deren Erfolg etwas zutiefst Wesentliches, vor allem im Angesicht der gro\u00dfen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Wir glauben, dass es drei gewichtige Gr\u00fcnde gibt, warum Ver\u00e4nderungsprogramme scheitern \u2013 oder eben erfolgreich sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Erstens bed\u00fcrfen sie sogenannter \u201cShifter\u201d, die aktiv die (alte) Identit\u00e4t einer Organisation in eine neue sinnvolle Zukunft transformieren. Um Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren, sind solche Shifter der Schl\u00fcssel.<\/li>\n<li>Zweitens haben wir eine Aversion gegen\u00fcber Ver\u00e4nderungen. Es handelt sich hier um einen tief verankerten menschlichen Wesenszug \u2013 denn das menschliche Gehirn kann als \u201cMaschine\u201d verstanden werden, die Ver\u00e4nderungen so gut als m\u00f6glich aus dem Weg geht. Es f\u00fchrt kein Weg daran vorbei, sich dieser Herausforderung zu stellen.<\/li>\n<li>Und drittens ist Ver\u00e4nderung komplex. Lineares Management l\u00e4sst sich deshalb nicht auf sie anwenden. Stattdessen m\u00fcssen wir Ver\u00e4nderung \u201caus der heraus Zukunft\u201d initiieren und \u201caus der Zukunft lernen, wenn sie emergiert\u201d (\u201clearning from the future as it emerges\u201d). Wir d\u00fcrfen also nicht einfach versuchen, die Zukunft vorherzusagen. Wir m\u00fcssen sie aktiv gestalten und ihr zuvorkommen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Change in einer VUCA-Welt<\/h2>\n\n\n\n<p>Welches sind die derzeitigen Bedingungen f\u00fcr unsere Ver\u00e4nderungsprogramme? In welchem Umfeld m\u00fcssen sie erfolgreich sein? Und inwiefern unterscheidet sich das heutige Umfeld von jenem, das fr\u00fcher als Grundlage f\u00fcr die Entwicklung orthodoxer Ver\u00e4nderungsprogramme gedient hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Denken Sie nur daran, wie sich die Welt ver\u00e4ndert hat. Denken Sie an all die \u00fcberraschenden Wendungen der letzten Jahre, an die wirtschaftliche Unsicherheit und daran, dass es immer schwieriger geworden ist, sich ein Bild davon zu machen, was auf unserem Planeten geschieht. Ihr Gef\u00fchl hat einen Namen: VUCA. Wir leben in einer VUCA-Welt, d.h. in einer volatilen, unsicheren, komplexen und ambiguit\u00e4ren (also mehrdeutigen) Welt. (Der Begriff kommt aus dem Englischen: \u201cvolatile, uncertain, complex, and ambiguous\u201d) Dies wirft die Frage auf, wie wir unsere Organisationen in w\u00fcnschenswerter Weise ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Mit anderen Worten: Wie sollte das eigene Unternehmen in Zukunft aussehen, obwohl wir nicht wissen, wie sich die Welt ver\u00e4ndern wird, was globale Entwicklungen bedeuten und daher, ob unsere Ver\u00e4nderungsprogramme letztendlich Fr\u00fcchte tragen werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Auf traditionelle Rezepte k\u00f6nnen wir uns heute nicht mehr verlassen. Da wir den Verlauf der Ereignisse nicht linear vorhersagen k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir grundlegend umdenken, wie wir Ver\u00e4nderung in eine w\u00fcnschenswerte Richtung lenken k\u00f6nnen. Was an dieser Stelle nachdr\u00fccklich betont werden muss: Lineare Pl\u00e4ne, die einfach Schritt f\u00fcr Schritt aufzeigen, wie der Wandel herbeigef\u00fchrt werden kann, funktionieren h\u00e4ufig nicht. Denn dies zu tun, bedeutet, die Fundamente unserer VUCA-Welt zu ignorieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist dann die Alternative? Sie haben vielleicht den Eindruck gehabt, dass der Begriff VUCA eine negative Konnotation hat. Volatilit\u00e4t, Unsicherheit, Komplexit\u00e4t und Ambiguit\u00e4t scheinen gegen uns zu wirken. Sie m\u00fcssen vermieden und aktiv reduziert werden. Wir k\u00f6nnen die Dinge jedoch auch anders sehen. Unsere VUCA-Welt beherbergt auch ein gro\u00dfes Potenzial \u2013 und deshalb sollte eine Alternative zu orthodoxem Ver\u00e4nderungsmanagement und orthodoxer F\u00fchrung diese Herausforderungen nicht einfach umgehen, sondern sie nutzen und in Chancen verwandeln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/9.jpg\" alt=\"\" \/>\n    <figcaption>&nbsp;<\/figcaption> \n<\/figure>\n\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, wollen wir drei wesentliche Erkenntnisse dar\u00fcber vermitteln, wie wir den Potenzialen unserer VUCA-Welt begegnen k\u00f6nnen, um wirklich radikale Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201cShifter\u201d statt Change-Manager<\/h2>\n\n\n\n<p>Denken Sie daran, wer normalerweise f\u00fcr Ver\u00e4nderungsprojekte verantwortlich ist. H\u00e4ufig werden sie von High-Potentials geleitet, die entweder in einem bestimmten Bereich (z.B. Digitalisierung, Produkt- oder Dienstleistungsentwicklung) ausgebildet, bzw. erfahren sind. Ihre Projekte sind meist vordefiniert und haben klar umrissene Ziele \u2013 und ihre Aufgabe besteht darin, den Projektplan optimal umzusetzen \u2013 je linearer, desto besser.<\/p>\n\n\n\n<p>Ver\u00e4nderungsprojekte erfordern jedoch ein breites Spektrum unterschiedlicher F\u00fchrungsqualit\u00e4ten. Viele von ihnen z\u00e4hlen eigentlich nicht zu dem typischen Anforderungsprofil eines Projektmanagers. Vielmehr sind sie bei sogenannten \u201cShiftern\u201d zu finden. Shifters sind Personen, die aktiv die (alte) Identit\u00e4t einer Organisation in eine sinnvolle (neue) Zukunft \u00fcberf\u00fchren. Sie ver\u00e4ndern die tief verwurzelten Gewohnheiten einer Organisation, \u201er\u00fctteln sie auf\u201c und etablieren neue Gewohnheiten. Diese F\u00e4higkeiten zu kultivieren und Shifters aktiv einzubinden, sollte eine zentrale Ausrichtung jedes Ver\u00e4nderungsprojekts sein \u2013 insbesondere im Kontext unserer VUCA-Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sind sie also die beschriebenen Shifter und wo k\u00f6nnen wir sie eigentlich finden?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer sind Shifter?<\/h2>\n\n\n\n<p>Shifter sind eine sehr vielf\u00e4ltige Personengruppe und sie k\u00f6nnen unterschiedliche Fachgebiete haben. Was sie jedoch eint, sind die folgenden F\u00e4higkeiten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sie haben ein profundes Verst\u00e4ndnis der Geschichte einer Organisation und ihrer zuk\u00fcnftigen Ausrichtung.<\/li>\n<li>Sie sind einf\u00fchlsam, empathisch und gut darin, die relevanten F\u00e4higkeiten der Mitarbeiter zu entwickeln und zu f\u00f6rdern. Daher sind sie ausgezeichnete Kommunikatoren und haben ein starkes und ganzheitliches Verst\u00e4ndnis von organisatorischer Transformation.<\/li>\n<li>Shifter sind gut in Organisationen eingebettet und verf\u00fcgen \u00fcber starke Netzwerke. Dar\u00fcber hinaus genie\u00dfen sie unter ihren Peers einen guten Ruf.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was machen Shifter?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, erm\u00f6glichen Shifter den \u00dcbergang von alten organisatorischen Denkweisen, Prozessen und Praktiken hin zu neuen \u2013 all dies, um die zuk\u00fcnftige Ausrichtung der Organisation voranzutreiben. Sie transformieren beispielsweise proaktiv die Identit\u00e4t einer Organisation f\u00fcr eine digitale Welt. Dies ist eine \u00e4u\u00dferst anspruchsvolle Aufgabe, da alte Denkweisen und Gewohnheiten nur schwer zu \u201cverlernen\u201d sind und radikal neue ebenfalls nur schwer aufgebaut werden k\u00f6nnen. Dies gilt umso mehr, da der Mensch nach neueren kognitionswissenschaftlichen Erkenntnissen resistent gegen Ver\u00e4nderungen ist; hierzu kommen wir aber noch.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst wollen wir uns aber noch ansehen, wie die Shifter ihre F\u00e4higkeiten einsetzen und uns ansehen, wie sie Ver\u00e4nderung bewirken:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Sie konzentrieren sich immerzu darauf, das Alte in das Neue zu transformieren \u2013 und f\u00f6rdern fortlaufend das Vertrauen in Ver\u00e4nderungsprozesse. Sie lindern sozusagen die unangenehmen Empfindungen und Erfahrungen, die mit Ungewissheit und Zweideutigkeit einhergehen, indem sie Mitarbeiter und Interessenvertreter beharrlich motivieren und einbeziehen.<\/li>\n<li>Sie dienen auch als Br\u00fccke zwischen strategischen Denkern, die sich mit abstrakten Konzepten befassen \u2013 und jenen, die sich mit diesen Konzepten praktisch auseinandersetzen m\u00fcssen. Shifter erreichen dies, indem sie \u00dcbersetzungsarbeit leisten: Sie verwandeln abstrakte Konzepte in anschlussf\u00e4hige und zug\u00e4ngliche Geschichten und Ideen um. Kurzum; sie lassen Visionen Taten folgen.<\/li>\n<li>Shifter verbinden Menschen. Sie bringen Pioniere und \u201eSustainer\u201c (also Systemerhalter) zusammen und schaffen so eine \u00fcbergreifende Handlungsgemeinschaft, die geschlossen Ver\u00e4nderungen erwirken kann.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>In Anbetracht dessen scheint ein typischer Shifter ein Null-Risiko-Asset f\u00fcr jedes Ver\u00e4nderungsprojekt zu sein. Und in der Tat gibt es zahlreiche Vorteile. Doch auch wenn die positiven Aspekte die negativen deutlich \u00fcberwiegen, wollen wir sowohl die St\u00e4rken als auch die Schw\u00e4chen der Shifter ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">St\u00e4rken und Schw\u00e4chen von Shiftern<\/h2>\n\n\n\n<p>Was sind also die St\u00e4rken eines typischen Shifters?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Shifter verlieren sich nicht im Detail. Vielmehr sehen sie das \u201egro\u00dfe Ganze\u201c und denken \u201cganzheitlich\u201d. Sie k\u00f6nnen das Gesamtbild aber auch in konkrete Handlungen \u00fcbersetzen.<\/li>\n<li>Shiftern ist intellektuelle Sturheit fremd. Sie k\u00f6nnen die Dinge aus (radikal) anderen Perspektiven betrachten und \u00fcber ihre eigenen Annahmen nachdenken.<\/li>\n<li>Anstatt einen Konflikt zu vermeiden, suchen sie ihn regelrecht \u2013 sie betreiben \u201econflict mining\u201c, sch\u00f6pfen aber aus Konflikten vor allem positive Energie, um der Ver\u00e4nderung Vorschub zu leisten.<\/li>\n<li>Au\u00dferdem sind sie damit einverstanden, das Rampenlicht an andere abzugeben. Sie helfen anderen, ihre Erfolge sichtbar zu machen, und akzeptieren es, in der zweiten Reihe zu verweilen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen aber auch die m\u00f6glichen Schw\u00e4chen der Shifter ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die meisten unerfahrenen Shifter neigen dazu, sich zu sehr auf vorgefertigte L\u00f6sungen zu verlassen. Dabei st\u00fctzen sie sich m\u00f6glicherweise nur auf einen bestimmten Aktionsplan, anstatt auch Alternativen in Betracht zu ziehen. Solche vordefinierten Ver\u00e4nderungsprozesse halten dem Druck unserer VUCA-Welt nur selten stand. Sie sind einfach zu statisch, um ihrer Komplexit\u00e4t und Unberechenbarkeit gerecht zu werden.<\/li>\n<li>Unerfahrene Shifter sind m\u00f6glicherweise nicht in der Lage, mit Konflikten umzugehen. Wenn der Druck w\u00e4chst und Mitarbeiter, bzw. Interessengruppen Widerstand leisten, so ziehen sich unerfahrene Shifter m\u00f6glicherweise zur\u00fcck oder geben auf. Ein erfahrener Shifter wiederum wird Konflikte zu seinem Vorteil nutzen.<\/li>\n<li>Eine weitere Schw\u00e4che der Shifter ist, dass sie als \u201eAu\u00dfenseiter\u201c angesehen werden k\u00f6nnen \u2013 ihre Arbeit kann sich f\u00fcr andere Beteiligte als vom Alltagsgesch\u00e4ft losgel\u00f6st anf\u00fchlen. Dieser Eindruck kann verst\u00e4rkt werden, wenn Shifter sich als nicht rechenschaftspflichtig pr\u00e4sentieren. Denn auch wenn sie als treibende Kraft der Ver\u00e4nderung angesehen werden, k\u00f6nnten Mitarbeiter und relevante Stakeholder den Eindruck gewinnen, dass Shifter letztendlich nicht f\u00fcr ein erfolgreiches Ergebnis verantwortlich sind.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Was aber brauchen Shifter, um ihr positives Potential entfalten zu k\u00f6nnen? Die Antwort ist zun\u00e4chst einfach. Sie brauchen Ressourcen. Sie brauchen Zeit, Raum, Fachwissen und nat\u00fcrlich Geld f\u00fcr ihre Autonomie. Diese ma\u00dfvoll zuzuweisen ist jedoch eine Aufgabe die viel Erfahrung und Feingef\u00fchl erfordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wir nun die wesentliche Rolle der Shifter in Ver\u00e4nderungsprojekten diskutiert haben, wollen wir einen Blick auf unsere F\u00e4higkeit werfen, Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren. Es ist ein Gemeinplatz, dass wir Ver\u00e4nderungen nicht m\u00f6gen. Aber warum ist das so? Warum sind wir geneigt, die Dinge so zu sehen und zu tun, wie wir es in aus der Vergangenheit kennen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ver\u00e4nderungsunwillige Gehirne<\/h2>\n\n\n\n<p>Jeder, der Ver\u00e4nderungen vorantreiben will, muss sich vor Augen halten, dass Menschen sich ihr auf fundamentale Weise widersetzen. Dies ist jedoch mehr als nur ein Gemeinplatz. Aktuelle Entwicklungen in der Kognitionswissenschaft legen nahe, dass unsere Gehirne so verfasst sind, dass wir Unsicherheit schlichtweg vermeiden. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir uns nur auf vergangene Erfahrungen st\u00fctzen. Mit anderen Worten: Unser Gehirn dr\u00e4ngt uns zu Handlungen, die vorhersehbar sind. Wir neigen dazu, Dinge zu tun, die vorhersehbare Folgen haben \u2013 und vermeiden so Handlungen, die ungewisse Auswirkungen haben. Diese Theorie wird die <a href=\"https:\/\/www.newyorker.com\/magazine\/2018\/04\/02\/the-mind-expanding-ideas-of-andy-clark\">\u201cPredictive Mind These\u201d<\/a> genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum sollte unser Geist, bzw. unser Gehirn das tun? Warum sollte es etwas n\u00fctzen, \u201cpredictive minds\u201d zu haben? Sind Lernen und die Konfrontation mit dem Neuen nicht etwas, das das Gehirn eher forcieren als vermeiden sollte? Die einfache Antwort ist, dass der Umgang mit Ungewissheit, das Wechseln der Perspektive und das Schaffen neuer L\u00f6sungen mehr Energie erfordert, als nur aus Gewohnheit zu handeln und die eigene Wahrnehmung nicht in Frage zu stellen. Unsere Gehirne sind in diesem Sinne einfach \u201cfaul\u201d. Sie vermeiden Ver\u00e4nderungen, weil sie \u201czu viel Energie verbrauchen\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Das soll uns aber nicht t\u00e4uschen: Ver\u00e4nderung zu vermeiden ist ein Ansatz mit Ablaufdatum. Eines Tages wird sich die Welt um uns herum unweigerlich ver\u00e4ndern, und daher m\u00fcssen wir (und unser Geist\/Gehirn) es auch. Anzuerkennen, dass unser Verstand dazu neigt, Ver\u00e4nderungen zu vermeiden, ist der erste Schritt, um dieser Herausforderungen zu begegnen. Der entscheidende Vorteil liegt dann darin, dass wir der Zukunft schon dann begegnen k\u00f6nnen, wenn sie erst im Entstehen begriffen ist. So k\u00f6nnen wir die Schw\u00e4chen des \u201cvorausschauenden Geistes\u201d \u00fcberwinden \u2013 denn allzu oft warten wir um des wirtschaftlichen \u00dcberlebens Willen, bis der Wandel stattfinden muss. Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, passen wir uns aber nur mehr an und reagieren auf bereits eingetretene Entwicklungen. Ver\u00e4nderung kann aber mutiger und radikaler sein. Wir k\u00f6nnen n\u00e4mlich \u201caus der Zukunft lernen\u201d, anstatt sp\u00e4ter nur mehr zu reagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es versteht sich von selbst, dass wir der Meinung sind, dass auch Shifter sich dessen bewusst sein sollten. Es muss Teil der Denkweise eines Shifters sein, \u201caus einer Zukunftsperspektive zu denken\u201d und \u201cmentale Modelle\u201d der Vergangenheit loszulassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit kommen wir direkt zu unserem letzten Punkt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wandel ist komplex: seinen \u201ePurpose\u201c finden und von der Zukunft aus anfangen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die These des \u201cvorhersagenden Geistes\u201d ist relativ jung \u2013 und so auch die VUCA-Welt. Es sollte nicht \u00fcberraschen, dass beide Begriffe zu Beginn des 21. Jahrhunderts entstanden sind. Aufmerksame Leser_innen k\u00f6nnen schon jetzt erwarten, was beide Begriffe gemeinsam haben: Beide spiegeln unsere Abneigung gegen Unsicherheit wider. Und je unbest\u00e4ndiger, unsicherer, komplexer und mehrdeutiger unsere Welt wird, desto offensichtlicher werden die Unzul\u00e4nglichkeiten unseres \u201cpredictive mind\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Kognition scheint also besonders ungeeignet zu sein, mit der VUCA-Welt zurechtzukommen. Das kann weitreichende, negative Konsequenzen haben. Denn der Wandel wird kommen, so viel steht fest. Die Frage ist nun, ob die \u201cChange Leader\u201d der Zukunft dem entgegenwirken und die Potentiale unserer VUCA-Welt in eine erw\u00fcnschenswerte Transformation \u00fcbersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Klassische Ausbildungsprogramme, die Ver\u00e4nderungsmanager und F\u00fchrungskr\u00e4fte ausbilden, liefern oft fertige L\u00f6sungen daf\u00fcr, wie Ver\u00e4nderungen herbeigef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Sie verstehen Ver\u00e4nderungen wie die Ver\u00e4nderungen in einer Partie Schach: Figuren werden \u00fcber das Brett bewegt, m\u00f6glichst so, dass die Z\u00fcge optimale Erfolge zeigen. Das ist zwar oft nicht leicht, man kann sich aber zumindest an die Regeln des Spiels halten. Der Versuch, sein Spiel zu verbessern, wird aber nur so lange funktionieren, wie man sich an die Regeln halten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die radikalen Ver\u00e4nderungen, die in unserer VUCA-Welt geschehen, sind nicht wie die Ver\u00e4nderungen auf dem Schachbrett. Vielmehr geht es darum, die Regeln des Spiels zu ver\u00e4ndern. Mit anderen Worten; um positive Ver\u00e4nderungen in eine w\u00fcnschenswerte Zukunft zu erm\u00f6glichen, wird es nicht ausreichen, nur lineare L\u00f6sungen f\u00fcr Probleme zu suchen. Vielmehr muss man ganzheitlich \u00fcber die Zukunft nachdenken. Man muss das gro\u00dfe Ganze im Auge behalten und lernen, was f\u00fcr seine Organisation wirklich wichtig ist. Denn es geht (im \u00fcbertragenen Sinne) nicht darum, wie man eine Schachpartie gewinnt. Vielmehr geht es darum zu wissen, warum wir das Spiel \u00fcberhaupt spielen \u00ad\u2013 warum es f\u00fcr uns wichtig ist, warum es f\u00fcr uns einen Sinn (oder \u201cPurpose\u201d) hat. Diesen Purpose k\u00f6nnen wir nur erfahren, wenn wir lernen, einen gro\u00dfen Schritt zur\u00fcckzutreten und dem gro\u00dfen Ganzen zu begegnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sind Sie auf der Suche nach einem nachhaltigen, zielgerichteten Ver\u00e4nderungsmanagement?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wir sind ein multidisziplin\u00e4res Team mit mehr als 20 Jahren Erfahrung darin, echten Wandel in Organisationen zu erm\u00f6glichen. Unsere Kund:innen sch\u00e4tzen den tiefgreifenden, sinnorientierten und ko-kreativen Ansatz, den wir in ihre Transformationsprojekte einbringen und mit dem wir selbst in komplexen Unternehmen mit unterschiedlichsten Interessengruppen die gew\u00fcnschten Ergebnisse erzielen. Mit unserem kognitionswissenschaftlichen Hintergrund helfen wir Ihnen, die Motivation Ihrer Mitarbeiter:innen zu verstehen und sie auf ein gemeinsames Ziel auszurichten. Wenn Sie auf der Suche nach Transformationspartner:innen sind, laden wir Sie zu einem kostenlosen Einf\u00fchrungsgespr\u00e4ch ein, in dem wir \u00fcber Ihre aktuellen Herausforderungen und Visionen sprechen. Einen Termin erhalten Sie auf unkomplizierte Weise unten im Formular.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrende Literatur<\/h3>\n\n\n\n<p>Title Image by Emjeii Beattie on Unsplash<\/p>\n<p>Autor: theLivingCore<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Change-Management hat einen schlechten Ruf. Es neigt dazu, zu scheitern \u2013 und seine Versprechen nicht einzuhalten. Fortlaufend werden neue Methoden oder Tools entwickelt und eingesetzt, um dem entgegenzuwirken. 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