{"id":1119,"date":"2024-12-10T12:34:39","date_gmt":"2024-12-10T11:34:39","guid":{"rendered":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/?p=1119"},"modified":"2026-04-13T10:55:12","modified_gmt":"2026-04-13T08:55:12","slug":"prinzip-1-radikale-offenheit-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/prinzip-1-radikale-offenheit-2\/","title":{"rendered":"Prinzip #1: Radikale Offenheit"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group links\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\"><p><strong>Liste der Artikel \u00fcber unser Leitprinzipien<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/auftakt-was-organisationen-mit-lebenden-systemen-gemein-haben\/\">Was Organisationen mit lebenden Systemen gemein haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/prinzip-1-radikale-offenheit\/\">Prinzip #1: Radikale Offenheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/prinzip-2-sensing-the-core\/\">Prinzip #2: Sensing the Core<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/prinzip-3-verborgene-potentiale-erkennen-und-zum-leben-erwecken\/\">Prinzip #3: Verborgene Potentiale erkennen und erwecken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/prinzip-4-design-und-co-creation\/\">Prinzip #4: Design und Co-creation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/prinzip-5-emergence-innovation-is-more-than-the-sum-of-its-parts\/\">Prinzip #5: Emergenz <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/prinzip-6-enabling\/\">Prinzip #6: Enabling<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/prinzip-7-learning-from-the-future-as-it-emerges\/\">Prinzip #7: Learning from the Future as it Emerges<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorstellung des ersten Leitprinzips von theLivingCore<\/h2>\n\n\n\n<p>Der vorliegende Artikel geh\u00f6rt zu einer Reihe von Blog-Posts, in denen wir unsere (theLivingCore) Leitprinzipien verst\u00e4ndlich machen. Wir haben uns dabei auch die Zeit genommen, die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Prinzipien darzulegen. Daran anschlie\u00dfend wollen wir nun unser erstes Prinzip erkl\u00e4ren: die radikale Offenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Innovation und Zukunftsorientierung haben viel damit zu tun, wie unser Geist funktioniert. Sie h\u00e4ngen von unseren \u00dcberzeugungen und unserer Geisteshaltung ab und auch davon, wie wir unser Wissen erwerben und anwenden. Diese F\u00e4higkeiten neigen jedoch zur Z\u00e4hheit und \u201cStasis\u201d (Stillstand). Einige entziehen sich auch unserem Bewusstsein. Sie ver\u00e4ndern sich langsam und sind tief in unserer Wesen eingeschrieben. Sind das nun die Bedingungen f\u00fcr Innovation, so handelt es sich um denkbar ung\u00fcnstige Bedingungen. Denn bei Innovation und Zukunftsorientierung geht es nicht darum, bereits vorhandenes Wissen aufrechtzuerhalten oder zu extrapolieren. Es geht auch nicht darum, tief verwurzelte Einstellungen weiter zu stabilisieren. Das Gegenteil ist der Fall. Es geht darum, diese F\u00e4higkeiten zu \u201e\u00f6ffnen\u201c, sie auf eine agile und responsive Weise zu kultivieren. Kurzum: Wir k\u00f6nnen nur tiefer in die Zukunft f\u00fchren und innovativ gestalten, wenn die \u201eradikale Offenheit\u201c zu unserer Haltung wird und wir diese aktiv praktizieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gehirne sind darauf ausgerichtet, Unsicherheit zu vermeiden<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Neuro- und Kognitionswissenschaften zeigen, warum es f\u00fcr uns so schwierig ist, mit einer unsicheren Zukunft umzugehen und unter solchen Bedingungen Vorhersagen zu generieren. Einfach ausgedr\u00fcckt \u00fcbersteigt eine unsichere Zukunft die Konzepte und Ideen, die wir bereits in unseren K\u00f6pfen verwalten. Warum aber ist es so herausfordernd, die Zukunft geistig gewisserma\u00dfen einzuholen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt eine elegante, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, warum dies der Fall ist. Unsere Gehirne sind fundamental darauf ausgerichtet, Unsicherheit zu vermeiden und zu umgehen. Das erlaubt ihnen, nur (bereits etablierte\/bekannte, erprobte und vertraute) Konzepte, Hypothesen und Muster zu verwenden. Es ist klar, dass Letztere zwar auch nur in bekannten und vorhersehbaren Umgebungen zuverl\u00e4ssig funktionieren, jedoch muss das Gehirn seine Vorhersagen in solchen Umgebungen nicht \u00e4ndern \u2013 es muss auch keine neuen Vorhersagen oder L\u00f6sungen f\u00fcr den Umgang mit der in der Zukunft liegenden Unsicherheit entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist jedenfalls der Kern der kognitionswissenschaftlichen Theorie, die auch als \u201ePredictive Mind\u201c Hypothese bekannt ist (Clark, 2013; Hohwy, 2013; D. Mumford, 1992). Aus der Perspektive der Innovation ist ein solcher Befund nat\u00fcrlich katastrophal. Wenn es so um unseren Gehirn bestellt ist, kann dieses als grunds\u00e4tzlich \u201etr\u00e4ge\u201c und ver\u00e4nderungsvermeidend bezeichnet werden. Um mit einer wirklich neuen und unerwarteten Zukunft umzugehen zu k\u00f6nnen oder sie gar erst zu schaffen, bed\u00fcrfen wir eigentlich gegenteiliger Voraussetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neuheit betrifft per definitionem etwas, das bisher noch nicht existierte. Sie kann daher nicht (vollst\u00e4ndig) aus vergangenen Erfahrungen vorhergesagt (\u201cpr\u00e4diziert\u201d) werden. Wie l\u00e4sst sich das erkl\u00e4ren? Man kann kaum etwas Neues vorhersagen, wenn man nie beobachtet hat, wodurch solche Neuheiten bedingt sind. Wie etwas Neues entsteht, kann man nur vorhersagen, wenn man bereits beobachten konnte, wie das Neue entstanden ist. Wenn wir das aber bereits w\u00fcssten, k\u00f6nnten wir nicht von Neuheit sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz gesagt; die Hauptaufgabe des Gehirns besteht darin, neue, unvorhersehbare Situationen zu vermeiden. F\u00fcr die Schaffung von Neuem ist daher gerade das Gehirn selbst sein gr\u00f6\u00dftes Hindernis.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Radikale Offenheit: \u00dcberwindung der Ver\u00e4nderungstr\u00e4gheit<\/h3>\n\n\n\n<p>Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir v\u00f6llig machtlos sind, wenn wir versuchen, zu innovieren. Zun\u00e4chst gilt aber, dass wir uns der Innovationshindernisse bewusst werden m\u00fcssen. Es ist einfach unerl\u00e4sslich, Grenzen zu erkennen, um diese \u00fcberhaupt \u00fcberwinden zu k\u00f6nnen. Wenn man nun aber die H\u00fcrden festgestellt hat; wie kann man diese schlussendlich bew\u00e4ltigen?<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle kehren wir zur\u00fcck zu unserem Leitprinzip; der radikalen Offenheit. Denn als epistemische Haltung kann die radikale Offenheit unsere Augen f\u00fcr das, was noch nicht da ist, also f\u00fcr das, was zun\u00e4chst nur m\u00f6glich ist, \u00f6ffnen. Um dieser Haltung habhaft zu werden und sie zu kultivieren, bedarf es einer bewussten Entscheidung \u2013 ihre Entwicklung braucht vor allem auch Zeit. Aber solche Bem\u00fchungen lohnen sich schlussendlich, indem sie zum Erwerb von kognitiven \u201cSkills\u201d f\u00fchren (Depraz, Varela, &amp; Vermersch, 2003; Varela, 2000), die auch f\u00fcr Innovation unerl\u00e4sslich sind. Zu diesen F\u00e4higkeiten geh\u00f6ren u.a. die F\u00e4higkeit, die richtigen Fragen zu stellen, genaue, unvoreingenommene Beobachtung durchzuf\u00fchren, sich ein tief reichendes Verst\u00e4ndnis anzueignen, Liebe zum Detail und ein Gesp\u00fcr f\u00fcr Potenziale zu pflegen. Um all das zu erreichen, muss man sich jedoch zun\u00e4chst seiner ureigenen Wahrnehmungs- und Denkmuster, einschlie\u00dflich seiner \u00c4ngste und Vorurteile, annehmen. Um es anders auszudr\u00fccken: Entscheidend ist, dass wir uns selbst verstehen \u2013 und somit verstehen, wie wir die Welt erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Schritt geht es darum, die eben beschriebenen Muster zu \u00fcberwinden. Tats\u00e4chlich ist es m\u00f6glich, dies sowohl auf individueller als auch auf organisationaler Ebene zu erreichen. F\u00fcr eine Organisation bedeutet das, sich die beschriebenen Reflexionsprozesse regelm\u00e4\u00dfig anzuordnen (Overcoming \u201cOrganizational Predictive Mind; Grisold and Peschl, 2017). Das bedeutet jedoch, dass bereits akzeptierte, gut etablierte Muster in Frage gestellt und in einigen F\u00e4llen auch aufgegeben werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich sagen, dass eine im soeben beschriebenen Sinne gelebte Offenheit auch eine Offenheit gegen\u00fcber der Zukunft bedeutet. Es ist eine Haltung des Bewusstseins, die uns grundlegend darauf vorbereitet, anders zu denken und auch entsprechend zu handeln. Es ist, wenn man so will, die F\u00e4higkeit, \u201evon der Zukunft her\u201c zu denken.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrende Literatur<\/h3>\n\n\n\n<h4>Literatur<\/h4>\n<ul>\n<li>Clark, A. (2013). Whatever next? Predictive brains, situated agents, and the future of cognitive science. Behavioral and Brain Sciences, 36(3), 1\u201373.<\/li>\n<li>Depraz, N., Varela, F. J., &amp; Vermersch, P. (2003). On becoming aware. A pragmatics of experiencing. Amsterdam \/ Philadelphia: John Benjamins Publishing Company.<\/li>\n<li>Grisold, T and M.F. Peschl (2017). Change from the inside out. Towards a culture of unlearning by overcoming Organizational Predictive Mind. In N. Tomaschek and D. Unterdorfer (Eds.), Ver\u00e4nderung. Der Wandel als Konstante unserer Zeit, pp. 45\u201363. M\u00fcnster, New York: Waxmann.<\/li>\n<li>Hohwy, J. (2013). The Predictive Mind. Oxford: Oxford University Press.<br \/>\nMumford, D. (1992). On the computational architecture of the neocortex. II The role of cortico-cortical loops. Biological Cybernetics, 66, 241\u2013251.<\/li>\n<li>Varela, F. (2000). Three gestures of becoming aware. Retrieved from http:\/\/www.dialogonleadership.org\/Varela-2000.pdf (date of download: 27.04.2005)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Featured image: Claudia Back at Unsplash<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liste der Artikel \u00fcber unser Leitprinzipien Was Organisationen mit lebenden Systemen gemein haben Prinzip #1: Radikale Offenheit Prinzip #2: Sensing the Core Prinzip #3: Verborgene Potentiale erkennen und erwecken Prinzip #4: Design und Co-creation Prinzip #5: Emergenz Prinzip #6: Enabling Prinzip #7: Learning from the Future as it Emerges Vorstellung des ersten Leitprinzips von theLivingCore &#8230; <a title=\"Prinzip #1: Radikale Offenheit\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/prinzip-1-radikale-offenheit-2\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Prinzip #1: Radikale Offenheit\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1657,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1119","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1119"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3948,"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1119\/revisions\/3948"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1657"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}