{"id":1047,"date":"2024-12-04T12:54:26","date_gmt":"2024-12-04T11:54:26","guid":{"rendered":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/?p=1047"},"modified":"2026-04-13T10:55:12","modified_gmt":"2026-04-13T08:55:12","slug":"hindernisse-der-innovation-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/demo2.egm.at\/www.thelivingcore-original.com\/hindernisse-der-innovation-2\/","title":{"rendered":"Hindernisse der Innovation"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Literatur ebenso wie in der eigenen Erfahrung finden wir viele Gr\u00fcnde, warum Innovation oftmals nicht erfolgreich ist. Versucht man, eine gemeinsame Ursache zu finden, die hinter diesen Misserfolgen steht, stellt sich ein Ph\u00e4nomen als zentral heraus: Es hat mit der Art und Weise der menschlichen Wahrnehmung und unseres Denkens zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie viel nehmen wir also wirklich von unserer Umwelt wahr? Und was entgeht unserer Aufmerksamkeit? Gibt es Aspekte in der Welt, die, wenn wir sie nur erkennen w\u00fcrden, zu v\u00f6llig neuen Einsichten und Innovationen f\u00fchren k\u00f6nnten?<\/p>\n\n\n\n<p>In der modernen Kognitionswissenschaft und Neurowissenschaft ist dieses Ph\u00e4nomen als Predictive Mind Hypothesis bekannt: Unser Gehirn nutzt vergangene Erfahrungen, um neue Erfahrungen zu verstehen. Es bedient sich dabei sogenannter mentaler Modelle, die auf Erfahrungen basieren, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, sowie aus bereits bestehenden Hypothesen bzw. unserem \u201cWissen\u201d \u00fcber die Welt. Mithilfe dieser mentalen Modelle versucht unser Gehirn vorherzusagen, was passieren wird. Das f\u00fchrt zu einer Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensdynamik, die darauf abzielt, Vorhersagefehler zu reduzieren, anstatt f\u00fcr Neues und \u00dcberraschendes offen zu sein. Unser Gehirn versucht also, uns vor Unbekanntem zu \u201cbesch\u00fctzen\u201d, indem es uns daf\u00fcr schwer empf\u00e4nglich macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Innovation Challenge #1: Wir k\u00f6nnen nicht sehen, was wir nicht erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine zentrale Herausforderung f\u00fcr eine zukunftsorientierte Form der Innovation ist daher die Frage, wie viel Kontrolle wir eigentlich \u00fcber die Realit\u00e4t haben. \u201cKontrolle\u201d bezieht sich in diesem Zusammenhang darauf, dass unser Gehirn kontrolliert, was wir wahrnehmen \u2013 und denken \u2013 k\u00f6nnen, und vor allem: was nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Erinnerung: Die Predictive Mind Hypothesis zeigt, dass unser Gehirn vornehmlich Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Zukunft projiziert und versucht, diese in der Realit\u00e4t zu verifizieren. Das bedeutet, dass unsere Wahrnehmung stark durch unser bereits vorhandenes Wissen bestimmt ist und dass wir nicht sehen (k\u00f6nnen), was wir nicht erwarten (d.h. was nicht in unsere Wahrnehmungs- und Denkmuster passt).<\/p>\n\n\n\n<p>Innovation Challenge #2: Wir kreiieren selbsterf\u00fcllende Prophezeiungen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201cWe enact what we think.\u201d Folgen wir der Logik der Predictive Mind Hypothesis, erkennen wir, dass wir nicht nur unsere vergangenen Erfahrungen nutzen, um neue Entwicklungen vorherzusagen, sondern auch so handeln, um unsere Vorhersagen zu bewahrheiten . Das f\u00fchrt zu einer Dynamik von selbsterf\u00fcllenden Prophezeiungen: Durch unsere vorhersagbaren und aus der Vergangenheit gespeisten Handlungen werden bestehende Strukturen verst\u00e4rkt und es wird noch schwieriger, aus eingefahrenen Mustern auszubrechen und Ver\u00e4nderungen oder Innovationen herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Innovation Challenge #3: Blinde Flecken hindern Organisationen daran, Neues zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Predictive Mind Hypothesis bezieht sich nicht nur auf den einzelnen Menschen, sondern betrifft auch ganze Organisationen. Auf organisationaler Ebene kommt es dadurch zur Entstehung blinder Flecken. Diese blinden Flecken verhindern h\u00e4ufig, dass sich ein Unternehmen (als Ganzes) f\u00fcr das entstehende Neue \u00f6ffnen kann. Damit wird es sehr schwierig, radikale und zukunftsweisende Innovationen ins Unternehmen zu integrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind also nicht nur in unseren Denk- und Wahrnehmungsmustern gefangen, sondern auch in den Routinen unserer Handlungen. Und das ist das gr\u00f6\u00dfte Hindernis, wenn es darum geht, sich einer unsicheren, unbekannten, und sich entfaltenden Zukunft zu \u00f6ffnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Innovation muss also damit beginnen, Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster aufzudecken und proaktiv zu ver\u00e4ndern. Welche Strategien k\u00f6nnen angewandt werden, um diese Hindernisse im Bereich Innovation zu \u00fcberwinden? Lesen Sie weiter in unserem Blogpost \u201cStrategien der Innovation\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Image: Pau Casals at Unsplash<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Literatur ebenso wie in der eigenen Erfahrung finden wir viele Gr\u00fcnde, warum Innovation oftmals nicht erfolgreich ist. 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